Grenzen der Simulation

Vor wenigen Wochen wütete Hurrikan Irma in der Karibik und an der Ostküste der USA. Er gilt als einer der stärksten Wirbelstürme, die jemals gemessen wurden. Der zerstörerische Sturm verursachte Schäden im zweistelligen Milliardenbereich sowie Dutzende von Toten. Dennoch konnten auch Millionen von Menschen rechtzeitig gewarnt und durch Evakuierungsmaßnahmen gerettet werden. Möglich ist dies durch Vorhersagemethoden, die das Entstehen und den Verlauf von Hurrikans prognostizieren. Die gute Nachricht: Die Vorhersagen über die Bewegung und Intensität eines Hurrikans sind – genau wie Wettervorhersagen generell – in den vergangenen Jahren viel besser geworden. Dies berichtet Florence Rabier, die Generaldirektorin des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW). Mit Hilfe von Datenerhebungen, physikalischen Gesetzen und Differentialgleichungssystemen werden Simulationsmodelle erstellt, die in Supercomputern durchgerechnet werden.
Die schlechte Nachricht ist jedoch: „Eine perfekte Hurrikan-Vorhersage ist unmöglich“, so Rabier. Simulation kann als versuchte Vorwegnahme der Zukunft bezeichnet werden. Im Gegensatz zu Berechnungen kann die Simulation auf Grund eines zeitlichen Verlaufs kein exaktes Ergebnis liefern, sondern sich nur daran annähern. Trotz höherer Rechnerleistungen und stetig verbesserter Modelle hat jede Simulation somit ihre Grenzen. Dies zeigt auch das
Wetterphänomen in der Karibik, dessen Dynamik und zahlreiche Einflussfaktoren eine exaktere Vorhersage nicht ermöglichten. Prognosen zu Zugverhalten und Geschwindigkeiten wurden daher ständig aktualisiert und angepasst.
In diesem Heft rücken wir den Fokus aber auf das aktuell Machbare im Bereich Simulation. Das Leibnitz Rechenzentrum (LRZ) öffnete seine Pforten für uns und Prof. Kranzlmüller berichtete mit seiner sympathischen österreichischen Art von den Entwicklungen und Wirkungsbereichen des akademisch-wissenschaftlichen Rechenzentrums. Mit Supercomputern wie dem SuperMUC lässt sich so einiges simulieren. Alleine die Rennteams der Formula Student nutzen die Möglichkeiten der Simulation für unterschiedliche Einsatzgebiete, wie Aerodynamik und Rundenzeiten. Neben Anwendungen in technischen Bereichen befassen wir uns aber auch mit interessanten
Projekten aus Musik und Gesellschaft.
Aber lassen sie mich nicht zu viel vorwegnehmen und genießen Sie die Lektüre des vorliegenden Heftes. Sie werden sehen, auch wenn die Simulation ihre Grenzen hat, so werden diese Grenzen stetig verschoben und ausgeweitet.

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr

Bernhard Kramer M.Sc.

Redaktion TiB

Foto: Privat

Was gibt es heute Interessantes?

Die aktuellen Termine mit technischen Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.