Autonomes Fahren

Inhalte für Seite Autonomes Fahren aus TiB 2020 März/April Autonomes Fahren im Wettbewerb

Autonomes Fahren im Wettbewerb...

erwarten wir nicht nur beim neuen VDI-Wettbewerb ADC. Unser Thema spiegelt auch die veränderten Marktgegebenheiten wider, denen sich die traditionellen Automobilhersteller stellen müssen.

Erst kürzlich hat VW-Konzernchef Herbert Diess seiner Belegschaft eine Standpauke gehalten. Es ginge so nicht weiter, VW „muss sich zum Digital-Konzern wandeln“, und, „der Erfolg der Software entscheidet über unsere Zukunft.“ Andere Autobauer denken ähnlich. Diese Aktionen sind beileibe keine originären, aus deutschem Ingenieursgeist auskristallisierten endemischen Pflänzchen im hiesigen Autoland, sondern eine schlichte Reaktion auf äußeren Druck, denn ein wichtiger Baustein der öffentlich propagierten Mobilitätswende soll das Autonome Fahren sein.

Viele Gremien befassen sich längst mit der Materie, z. B. der VDI mit seinem Jahresthema und die VDE Konferenz „Automotive Software Strategies“ im März. Auch zwei der prämierten Masterarbeiten des vergangenen Jahres widmen sich wichtigen Teilaspekten der Objekterkennung, und so sind in diesem Heft die Beiträge der VDI und VDE Preisträger Felix Naser und Michael Olbrich besonders hervorzuheben. Und ganz aktuell hat der VDI einen Wettbewerb ausgelobt, dem sich studentische Teams mit autonom fahrenden Modellautos stellen können.

Der Weg zum Autonomen Fahren ist lang, ungewiss und teuer. Lösungen gibt es bislang bei den extrem langsam fahrenden „People Movern“. Doch bis man sich in einem „Normalauto“ mit einer Flasche Rotwein auf dem Rücksitz wird räkeln können, während das Lenkrad von Geisterhand bewegt wird, dürfte noch viel Wasser die Isar, Donau und Aller hinunter fließen. Damit man sich trotzdem immer wieder über Erfolge freuen kann, hat man ein Fünf-Stufen-Konzept mit Teillösungen erfunden. Besondere Probleme bereitet derzeit die algorithmische Erfassung der menschlichen Kommunikation. Denn obwohl der Straßenverkehr mit immer mehr hochgerüsteten Kampfmaschinen ein Spiegelbild unserer Ellbogengesellschaft ist, gibt es glücklicherweise auch das Gegenteil: Man signalisiert Höflichkeit und Entgegenkommen. So etwas einer automatischen Steuerung beizubringen ist schwierig, aber eine schöne Aufgabe!

Wie immer drängt die Zeit. Dennoch: der traditionell seriöse und damit langsamere europäisch-deutsche Ansatz ist bei sicherheitsrelevanter Software nachhaltiger und erfolgversprechender, als das rotzige „make and see“ einer hektischen Appbasierten Industrie, deren Wahrnehmungshorizont bei Computerspielen endet. Die Sinnfrage „braucht man den autonomen Auto-Piloten überhaupt?“ stellt sich nicht, denn er wird kommen, so wie die Kamera im Telefon, die auch niemand braucht, aber jeder benützt.

Die Wahrnehmung der Fahrumgebung bei autonomen Fahrzeugen

Ein Beitrag von Dr.-Ing. Günter Reichart

Eine der zentralen Herausforderungen des autonomen Fahrens ist die verlässliche und korrekte Wahrnehmung und Interpretation der Fahrzeugumgebung. Sensoren im optischen Bereich und im Mikrowellenbereich liefern die entsprechenden Informationen, die zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet werden müssen. Mehr über die Anforderungen und Funktionsweise der verschiedenen Sensoren sowie über deren Unterschiede.